Lazarillo de Tormes
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Klosterbad Waisach vor Realisierung
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Im Jahre 1869, vor über 150 Jahren, brachte der streitbare Tiroler Pfarrer

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Große Lebensziele erhöhen Lebenserwartung
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Lazarillo de Tormes
(16. Jahrhundert)
Schelm
Noch immer weiß man nicht, wer den Lazarillo de Tormes geschrieben hat. Im Lauf der Zeit hat es etwa ein Dutzend Zuschreibungen gegeben. Eine der ersten stammt vom Anfang des 17. Jahrhunderts und weist einen ranghohen Mönch des spanischen Hieronymiten-Ordens als Autor aus. In seiner Zelle soll sich angeblich ein Entwurf des Textes befunden haben.
Lazarillo de Tormes war der erste Schelmenroman in Europa. Seine respektlose, bittere, verzweifelte und dabei ungemein komische Lebensgeschichte war unerhört in ihrer Zeit: Mitte des 16. Jahrhunderts war die spanische Literatur von Idyllen und Heldengeschichten beherrscht. Im Lazarillo de Tormes stand plötzlich ein Hunger leidender Junge aus dem Proletariat im Mittelpunkt, in dessen Erlebnissen die Misere des Landes ebenso zum Vorschein kam wie die Niedrigkeiten und die Doppelmoral der feineren Kreise. Adel und Klerus werden hier als Schmarotzer an einem darbenden Volk gezeichnet – und als skrupellos unproduktive Klassen trugen sie in der Tat die Hauptschuld an Spaniens jahrhundertelangem Rückstand.
Aus Lazarillo, dem bauernschlauen Kerl, der sich mit knurrendem Magen durchlaviert und dabei in aller Unschuld der Gesellschaft den Spiegel vorhält, wurde ein Vorbild für zahlreiche literarische Nachfolger: Das kurze und mitunter etwas unebene Buch begründete das Genre des Schelmenromans, das immer neu variiert wurde. Die katholische Kirche ließ das Buch umgehend verbieten und gestattete dann über lange Zeit nur eine zensierte Ausgabe. Der Autor tat wahrscheinlich gut daran, anonym zu bleiben. Heute kann man seine souveräne Mischung aus volkstümlicher und rhetorisch zugespitzter Sprache längst wieder in ganzer Breite und Tiefe genießen.
Gemälde von Francisco de Goya:
Der Blinde sucht im Mund des Lazarillo nach der verspeisten Wurst